Erzählblätter für die Biografiearbeit

Neue Erzählblätter für die Biografiearbeit

Es ist nun schon einige Zeit her, etwa drei Jahre, dass ich das Buch »Schreibend erzählen. Biografiearbeit mit Senioren und Demenzkranken« veröffentlicht habe. Darin geht es um den leichten Einstieg ins biografische Schreiben. Die Methode, die ich dafür entwickelt habe, besteht nicht allein aus den als Kopiervorlagen gestalteten Erzählblättern, sondern auch aus der Idee, die Lücke zwischen dem »Selbst-Schreiben« der eigenen Lebenserinnerungen und dem »bloßen« Erzählen zu schließen.

Biografischer Partner, biografisches Paar

Hinter den Erzählblättern als Arbeitsmaterialien für die Biografiearbeit steht die Idee, dass man die Erzählenden mit den Blättern nicht alleine lässt, sondern sie dabei unterstützt, einen Teil ihres gelebten Lebens zu dokumentieren und zu gestalten.  Bei gebrechlichen Menschen, die rein motorisch nicht mehr in der Lage sind, zu schreiben, ist das wichtig. Bei schon leicht Demenzkranken. Bei solchen, die eher nach der unmittelbaren Bestätigung im Erzählen suchen, wie sie in die häufiger betriebenen mündliche Biografiearbeit motiviert.

Nicht nur dem Erzählenden geben die Blätter Sicherheit, auch ihren biografischen Partnern. Denn vielen, die bewusst oder unbewusst Biografiearbeit betreiben, fehlt die Routine, frei zu dokumentieren, was sie erfahren haben.  Ich denke dabei vor allem an Familienangehörige und ehrenamtliche Besuchsdienste. Die Erzählblätter machen es ihnen leicht, anzufangen, ohne ein unüberschaubar großes Projekt anschieben zu müssen.

Als Arbeitsblätter können die Erzählblätter natürlich auch in einer (eher kleinen) Gruppe verwendet werden. Auch hierin ist ihr Nutzwert höher als der der häufig zu findenden »Erzählbücher«, die ja in Wirklichkeit starre Rohformen für Autobiografien sind und fürs Selbst-Schreiben gedacht.

Neue Erzählblätter für die Biografiearbeit

Ein möglicher Nachteil des Erzählblätter-Buchs ist seine praktische Handhabung: Die einzelnen Blätter sollen eben nicht im Buch ausgefüllt werden, sondern zunächst in der passenden Anzahl kopiert. Die biografischen Partner sollen im Idealfall gemeinsam auswählen, was interessiert und mit welchem Thema es weitergehen soll.

Für einen neuen Anlauf habe ich deshalb zwei Ideen kombiniert: Erstens erschienen mir die 50 Erzählblätter des Buchs nicht ausreichend zu sein. Je mehr es gibt, desto passender kann man schließlich auswählen. Außerdem wollte ich statt Kopiervorlagen auch pdf-Dateien zur Verfügung stellen, die nach Bedarf ausgedruckt oder sogar direkt am Computer ausgefüllt werden können. Technisch war das gar nicht so einfach, aber jetzt ist es gelöst! Die ersten 10 pdf-Erzählblätter stehen auf dieser Webseite zum Herunterladen bereit!

Reihe 1: Herkunft

Die neuen Erzählblätter sollen systematisch alle denkbaren Themenfelder der Biografiearbeit und des biografischen Schreibens abdecken. Den Anfang macht eine Reihe aus 10 Blättern zum Thema »Herkunft«: Von der Ahnentafel, wie man sie aus der Ahnenforschung kennt, bis zur Auseinandersetzung mit dem Vater.

Ich hoffe natürlich, dass sie von den BiografiearbeiterInnen angenommen werden — und das sind nach meinem Verständnis alle, die sich ernsthaft für die Lebensgeschichten ihrer Mitmenschen interessieren. Dann schreibe und gestalte ich in loser Folge weitere Reihen. Denn die Anzahl möglicher Themen ist unendlich. Reihe 2 und 3 sollen sich der Kindheit und Jugend widmen, die nächste dem Berufsleben und so weiter.

Sollten Sie als Leser dieses Beitrags Wünsche für einzelne Erzählblätter haben, freue ich mich über eine Rückmeldung über das Kontaktformular. Dann plane ich entsprechend. Auch Berichte aus der Praxis sind willkommen!